Schweizer Flagge - Was macht Sie so besonders
Schweizer Flagge - Was macht Sie so besonders

Sowohl die Fahne als auch die Flagge der Schweiz zeigen ein weisses Kreuz auf einem roten Grund. Hierbei handelt es sich um ein aufrechtes, griechisches Kreuz, welches oftmals ebenso als Schweizerkreuz bezeichnet wird. Obwohl man in Deutschland und Österreich oftmals von der Schweizer Flagge spricht, ist dieser Begriff in der Schweiz selbst nicht verbreitet. In der deutschsprachigen Schweiz benutzt man für die Schweizer Flagge den Begriff Schweizerfahne.

Schlichtes Design in einer einzigartigen Form

Die genauen Masse der Schweizerfahne sind erst seit dem 31. Dezember 2016 gesetzlich vorgeschrieben. Vor dem Beschluss des Art. 3 Abs. 1 im neuen Wappenschutzgesetz der Schweiz konnte die Schweizerfahne in beliebigen Abmessungen angefertigt und vertrieben werden. Seit dem 1. Januar 2017 ist für die Schweizerfahne jedoch eine quadratische Form zwingend vorgeschrieben. Bereits seit Jahren wurde die Schweizerfahne im Gegensatz zu den Flaggen vieler anderer Nationen in Quadratform verwendet. Die einzige Ausnahme bildete hierbei die Nutzung der Schweizerfahne auf hoher See. Sämtliche Hochsee- und Binnenschiffe verwenden seit jeher eine Fahne mit den Abmessungen 2:3.

Das Design der Schweizerfahne ist schlicht und einprägsam. Es ähnelt sehr stark dem Design der Fahne des Schweizer Kantons Schwyz. Obwohl viele Menschen glauben, dass die Schweizerfahne von der Fahne des Kantons Schwyz abgeleitet wurde, ist tatsächlich das Gegenteil der Fall. Die Schweizerfahne wurde bereits lange Zeit vor der Entstehung der Fahne des Schweizer Kantons entworfen. Beide Flaggen ähneln sich sehr stark, sollten jedoch nicht miteinander verwechselt werden. Die Flagge dieses Kantons zeigt eine Schweizerfahne auf rotem Grund. Aus diesem Grund ist das Schweizerkreuz in dieser Flagge deutlich kleiner abgebildet und es gibt einen wesentlich höheren Rotanteil.

Die Geschichte der Schweizerfahne

Die Schweizerfahne geht auf die Alte Eidgenossenschaft zurück. Diese verwendete eine frühe Form der Schweizerfahne als Feldzeichen und verbreitete diese dadurch im gesamten Gebiet der Schweiz. Hierbei geht die früheste, dokumentierte Verwendung der Schweizerflagge auf das Jahr 1339 zurück. In der damaligen Schlacht von Laupen befestigte man weisse Kreuze am Gewand der Krieger, um eine eindeutige Zugehörigkeit zur Alten Eidgenossenschaft zu symbolisieren. Diese Kreuze bestanden anfänglich aus alten Leinwandstreifen. Zum Teil wurden in dieser Zeit auch Waffen mit diesem Kreuz gekennzeichnet.

Obwohl dieses Symbol einheitlich von der Alten Eidgenossenschaft verwendet wurde, galten zu dieser Zeit lediglich die Wappen der Kantone als offizielle Hoheitszeichen. Die Herkunft des Schweizerkreuzes in der Schweizerfahne ist bislang noch nicht eindeutig geklärt. Zahlreiche Experten gehen jedoch davon aus, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen dem Schweizerkreuz und der Legende der Zehntausend Ritter gibt. So geht man davon aus, dass das Schweizerkreuz als Emblem des Kults der Zehntausend Ritter verwendet wurde.

Erst in den Jahren von 1450 bis 1520 entwickelten sich das Schweizerkreuz und die Schweizerfahne zum nationalen Erkennungszeichen der Alten Eidgenossenschaft. Hierbei sollte eine direkte Abgrenzung zum burgundischen Andreaskreuz erfolgen, das von den deutschen Landsknechten verwendet wurde. Nachdem die Eidgenössischen Kriege im Jahr 1515 beendet wurden, trugen ebenfalls die im Ausland kämpfenden Schweizer Söldnertruppen das Schweizerkreuz als Erkennungsmerkmal. Hierbei unterschieden sich die verwendeten Fahnen jedoch in den Farben und Mustern, die in den vier Ecken verwendet wurden. Teilweise wurden die vier Ecken sogar mit Wellen, Zickzack-Mustern oder Rauten in bunten Farben verziert. Insbesondere im 17. Jahrhundert hat sich dabei die Gestaltung von Flammen in den vier Ecken bei der militärischen Verwendung der Schweizerfahne etabliert.

Besondere Regelungen über die aktuelle Schweizerfahne

Obwohl sich in der Geschichte der Schweiz viele unterschiedliche Schweizerfahnen und ein- sowie mehrfarbigen Designs etabliert haben, wurde die Farbe der Schweizerfahne mit dem neuen Wappenschutzgesetz (WSchG) eindeutig festgelegt. Insbesondere in den letzten Jahren verwendeten zahlreiche Unternehmen und Vereine unterschiedliche Rottöne in der Schweizerfahne. Diese an das Corporate Design des Unternehmens angepasst und diente dadurch als Vorbild für zahlreiche Wappen und Logos. Insbesondere die Swiss verwendete die Schweizerfahne mit besonders dunklen Rottönen als Logo.

Bereits 2007 wurde jedoch das Schweizer Rot eindeutig von der Bundesverwaltung der Schweiz definiert. Es ist der Pantone-Zahl 485 zugeordnet und besteht aus 100 % Magenta und 100 % Gelb. Es entspricht daher der Pantone RGB mit der Bezeichnung #AB2720. Diese Gestaltung der Schweizerfahne ist in der Schweiz offiziell durch das Bundesgesetz zum Schutz öffentlicher Wappen geschützt. Aus diesem Grund dürfen lediglich öffentliche Stellen und Behörden eine Schweizerfahne mit diesem Farbton verwenden. Darüber hinaus ist die Schweizerfahne auch in vielen anderen Ländern unter rechtlichen Schutz gestellt. In Deutschland darf es nach § 125 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten nicht verwendet werden. Darüber hinaus gelten ähnliche gesetzliche Regelungen auch in Österreich, den Niederlanden und vielen anderen europäischen Staaten. Einzig das Rote Kreuz ist dazu berechtigt, eine umgekehrte Variante der Schweizerfahne zu verwendet.